
Ellenlange Informationstexte durchforsten, nerviges Vorschreiben, nicht wissen was überhaupt von einem gewollt ist und dann nur irgendetwas hinkritzeln … viele von uns kennen es! Doch Geschichten, Texte oder Gedichte können mehr sein, als eine schwierige oder nervige Pflicht. Sie können der Übergang in eine andere Welt sein, die aus dem Kopf ins Papier fließt und in den Köpfen der Leser real wird. Ein Universum ohne Grenzen. Die Möglichkeit die eigenen Gedanken zu verwirklichen. Egal ob ein spannender Krimi, der euch aus dem Alltag reißt, eine Geschichte in den unendlichen Weiten des Weltalls oder eine unglaublich schöne, berührende Liebesgeschichte die einem die Tränen in die Augen treibt: Es gibt immer etwas was uns fasziniert. Haltet daran fest, denn unsere Gedanken sind die Zukunft.
Es ist einfacher, als es im Moment vielleicht klingt. Es gibt Strategien, eine Möglichkeit wie es einem den Anfang einer eigenen Geschichte erleichtern kann. Ich selbst liebe es zu schreiben und lasse mich immer von diesem Konzept leiten:


- Die Charaktererstellung: Jede Geschichte handelt von jemandem, einer Person um deren Leben, Erlebnisse und Gedanken sich die Handlung dreht. Ihrer Persönlichkeit sind keine Grenzen gesetzt, sie kann euch ähneln oder das genaue Gegenteil sein. Wie sieht sie aus? Was bedeutet ihr etwas? Lernt sie kennen und glaubt mir, die Bindung zwischen Autor und Figur kann etwas ganz besonderes werden.
- Das Setting: Mystisch dunkle Wälder, gefährliche Asteroidengürtel, ein einsames Haus auf einer Klippe oder doch eine Schule voller Intrigen? Die Umgebung und Realität eurer Charaktere ist für die Geschichte essenziell. Orientiert ihr euch an bereits bestehenden Orten wie New York oder eurer Heimatstadt? Oder verlasst ihr euch vollkommen auf eure Fantasie? Beides ist möglich und gleichvoll mit den unglaublichsten Schauplätzen…
- Der Plot: Eure Charaktere können noch so vielschichtig sein, die Orte noch so originell. Ohne ein Ziel verlauft ihr euch höchstwahrscheinlich in der puren Vielzahl eurer Ideen. Jetzt denkt ihr wahrscheinlich, das genau das passiert was ihr von anfang an glaubtet: Ödes planen! Aber so muss es nicht sein. Horcht einfach in euch hinein, seit aufmerksam in euren Gedanken und so kann es sein, das euch zum beispiel beim Fernsehen oder Musikhören die zündende Idee kommt.
- Der Anfang: Der Anfang ist der schwierigste und zugleich wichtigste Teil eurer Geschichte. Leser sind ungeduldig, lesen den Klappentext und maximal die ersten anderthalb Seiten. Dann verlieren sie entweder das Interesse oder kaufen das Buch. Konzentriert euch also darauf anfangs keine dreiseitige Einleitung zu verfassen sondern beginnt mit etwas was den Leser fesselt, einen nicht mehr loslässt. Beispielsweise:
“Es war die Art von Nachricht, die man bekam, direkt nachdem man einen fatalen Fehler begangen hatte. Und zumeist hatte man dann nicht mehr lange zu leben!”
Es wirkt wie eine Morddrohung und was gibt es unberecherenbares als einen Mord? - Der Schluss: Stellt euch vor ihr habt all eure Gedanken zu Papier gebracht. Wie wollt ihr euren Leser, der euch durch die gesamte Geschichte gefolgt ist, zurücklassen? Nachdenklich? Ängstlich? Eventuell sogar wütend? Der letzte Satz ist genauso wichtig wie der Anfang! Ist es eine geschlossene Geschichte, ein Happy End oder ein Cliffhänger? Sollte es so klingen:
“Er starrte sie an, der Blick starr und unberechenbar. Selbst sein Atem kam zum stehen. Gerade wollte sie sich entspannen, da stürzte er vor und rammte ihr das Messer zwischen sie Rippen. Alles wurde schwarz!”
Oder doch lieber so?
“Er sah hinaus in die Dunkelheit. Helle Flammen leckten an den Türmen jener Stadt die ihn ein Leben lang gefangen gehalten hatte. Er hatte es geschafft. Er war frei!”
Es gibt so viele Möglichkeiten … Ich wünsche euch viel Spaß. Und denkt immer dran:
Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.
Joseph Pulitzer
PS: Ein sehr hilfreiches Buch zum Schreiben von Geschichten ist “Deine Idee, deine Geschichte” von Christopher Edge und Nathan Reed. Ihr könnt es bei uns in der Schulbibliothek finden.
Für alle die den Traum in sich tragen als Author Bücher zu veröffentlichen oder einfach ein großes Interesse am Schreiben haben, kann ich auch noch “Über das Schreiben” von Sol Stein empfehlen.