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Entwicklerboards: Was sind sie und wofür werden sie gebraucht?

Entwicklerboards sind kleine Einplatinencomputer. Sie sind grundsätzlich unbeschrieben und können frei (mit der richtigen Programmiersprache) programmiert werden. Man kann sie somit für alles benutzen, was nicht allzu viel Rechenleistung benötigt. Ursprünglich sind die Entwicklerboards für den privaten Gebrauch gedacht gewesen (z.B. im Bereich Smart Home, dem automatischen Steuern von Haushaltsgeräten, z.B. Heizkörpern), werden aber auch immer mehr im Bereich Industrie und Robotik genutzt[1]. Zum Glück muss man sie aber nicht unbedingt in einer Programmiersprache schreiben, die der Chip direkt versteht, sondern kann auch in vereinfachten Programmiersprachen das Programm erstellen und dann alles durch eine Software „übersetzen“ lassen. Einige Programme sehen den Sketch (das vereinfacht geschriebene Programm) dann auch vor dem Hochladen auf das Entwicklerboard direkt nach Fehlern durch. Sollte ein Fehler im Sketch sein, bricht das Programm ab und kennzeichnet den Fehler. Hier reichen auch schon Rechtschreibfehler. (Beispiel Arduino IDE).

Vereinfachte Programmiersprachen gibt es auf Textbasis oder auf Blockbasis. „Echte“, direkte Programmiersprache gibt es nur auf Textbasis. Für das Programmieren in z.B. C++ für ein Board sind wesentlich mehr Kenntnisse erforderlich und der Einstieg sehr umfangreich.

Beispiel für einen textbasierten Sketch (vereinfachte Programmiersprache):

void setup() 			Starteinstellungen für das Bord
{
pinMode(25, OUTPUT); 
}
void loop()			Sich wiederholender Programmteil
{
digitalWrite(25, HIGH);
delay(200)
digitalWrite(25, LOW);
delay(100);
}				Ende des Programms

Dieser Sketch z.B. sorgt dafür, dass eine LED am Ausgang 25 blinkt. Bei Entwicklerboards gibt es sogenannte Pins. Sie können als Aus- oder Eingang definiert werden (im Bereich void setup, siehe oben). An den Pins können verschiedene Sensoren und Aktoren angeschlossen werden, zum Beispiel die LED, Motoren, Sensoren etc. Dieser sehr einfache Sketch ist in der Arduino-Programmiersprache geschrieben.

von links nach rechts: Drehencoder, Breadboard, Ultraschallsensor, Joystick

Wenn man mit Blöcken programmiert, setzt man in einem Programm „Blöcke“ mit verschieden Funktionen hintereinander. Es gibt sie mit vielen verschiedenen Funktionen.

Entwicklerboards gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen und von vielen verschiedenen Herstellern. Besonders beliebt sind die Entwicklerboards von Arduino und Raspberry Pi. Auch Boards auf Basis des Esp32 sind sehr beliebte Entwickler-Boards. Es gibt Entwicklerboards in vielen Größen. Von der Größe einer Münze bis zum DinA5 Format und mit sehr wenig Rechenleistung bis zur Rechenleistung eines aktuellen Handys gibt es so gut wie alles.[2] Es lassen sich sogar selbst entwickelte Boards bei spezialisierten Herstellern[3] bestellen. Somit ist der Fantasie keine Grenze gesetzt.

von links nach rechts: oben OLED Display einer Smartwatch, unten OLED Display 16×32 Pixel, LED Segmentanzeige, LCD Display 2x 32 Zeichen


[1] https://www.elektronikpraxis.de/wie-verbreitet-sind-entwicklerboards-in-der-fertigung-a-c2d5615efe6494ea7cb27e3c0f21927d/

[2] https://blog.berrybase.de/entwicklungsboards-wie-finde-ich-das-richtige/

[3] https://www.PCBWay.com

Bilder: eigene Aufnahmen